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Veranstaltung


Senioren Treff UWi
am 12.12.2018 15:00
Bürgerhaus Unter-Widdersheim
findet statt in
2 Tage 13 Stunden 22 Minuten

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27.08.15
'Dorfgemeinschaft' Beitrittserklärung
21.06.15
Satzung

Geschichte des Gesangvereins "MGV Eintracht Unter-Widdersheim"

Die Gründung des Vereins fiel in das Jahr 1923 und eine turbulente Zeit deutscher Geschichte. Die Katastrophe des 1. Weltkriegs war noch in frischer Erinnerung und der erste demokratische Staat auf deutschem Boden hatte seine ersten schwierigen "Gehversuche" hinter sich, als eine Gruppe junger Männer aus den Resten des 1913 gegründeten Radfahrvereins "Concordia" den Grundstein des Männergesangvereins "Eintracht" Unter-Widdersheim legte.
Der erste Dirgent des Chores war der an der einklassigen Volksschule in Unter-Widdersheim tätige Lehrer Bramm. Es fehlen leider Urkunden und Protokolle über die Gründungs- versammlung und die ersten Jahre des Vereinslebens. Als Vereinslokal diente die Gaststätte "Deutsches Haus", in der auch in den Sommermonaten die wöchentlichen Singstunden abgehalten wurden. Im Winter versammelten sich die Sänger im Schulsaal der Volksschule. Nach Herrn Bramm waren in den Folgejahren insgesamt sechs weitere Chorleiter für die musikalische Betreuung des Männerchores verantwortlich. Dem langjährigen 1. Vorsitzenden Wilhelm Weber folgte Karl Schäfer IV. im Amt. Doch die Zeit der unbeschwerten Sangesfreuden war bereits wieder dahin, als die Nationalsozialisten nach ihrer Machtergreifung zielstrebig die nächste Katastrophe, den 2. Weltkrieg ansteuerten. Viele Sänger wurden bereits vor dem Krieg zur Wehrmacht eingezogen. Während des Krieges und der ersten Nachkriegsjahre war kein Probenbetrieb des Chores mehr möglich. Nicht wenige Sänger, die Soldat werden mussten, kehrten nicht mehr heim. Tyrannei, Krieg, Zerstörung, Flucht und Vertreibung hatten gründlich dazu beigetragen, dass den Menschen in unsrem Land nach dem Kriegsende nicht mehr nach Gesang zumute war.
Es dauerte bis zum 14. Januar 1950, an dem sich die verbliebenen Sangesbrüder und andere gesanglich interessierten Männer, auch aus den Reihen der Flüchtliinge und Vertriebenen zu einer Mitgliederversammlung zusammenfanden und einen neuen Vorstand wählten. Vorsitzender des Vereins wurde Otto Schäfer IV. und die musikalische Leitung lag bei Lehrer Hassinger von der hiesigen Volksschule. Der Verein hatte nun 40 aktive und 38 passive Mitglieder. In der Folgezeit ließ das Interesse der männlichen Dorfbewohner am Chorgesang deutlich nach, so dass - verbunden mit einem Chorleiterwechsel - der Männerchor Unterstützung bei den Unter-Widdersheimer Frauen suchte und fand und im Jahre 1955 ein gemischter Chor entstand. Hans Krippner aus Utphe hatte die musikalische Leitung des gemischten Chores und die kulturelle Vielseitigkeit des Vereins, den jetzt Karl Weber führte, wurde duch die Aktivitäten einer Theatergruppe unter Beweis bestellt. Doch das gemeinsame musikalische Wirken von Frauen und Männern im Verein währte nur bis zum Jahre 1960. Dann setzte die Männermehrheit in der Mitgliederversammlung die Rückkehr zum reinen Männerchor durch und die Frauen wurden aus dem Verein entlassen. Die Gründe für diese Sinneswandlung sind nicht dokumentiert. Lästermäuler behaupteten damals, der Chorleiter hätte einen besonders freundschaflichen Umgang mit den Frauen gepflegt und damit die eifersüchtigen Männer provoziert. Mt den Frauen musste auch der Chorleiter gehen.
Im Jahre 1963 konnte der Verein unter dem Vorsitz von Adolf Schäfer II. sein 40jähriges Bestehen feiern. Kurt Schmid aus Wallernhausen leitete nun den aus 35 Sängern bestehenden Männerchor. 24 passive Mitglieder unterstützten den Verein und das Sängerfest wurde zum kulturellen und gesellschaftlichen Höhepunkt im Dorfleben. Und man höre und staune: Frauen waren wieder zur Unterstützung des Vereins willkommen, allerdings nur als Festdamen. In der Folgezeit konnten viele Vereinsaktivitäten und die Pflege der Geselligkeit nicht verhindern, dass sich der Chorgesang der Konkurrenz anderer Freizeitaktivitäten ausgesetzt sah. Insbesondere die Freizeitbeschäftigung "Fernsehen" hielt doch hier und anderswo viele Männer davon ab, sich noch für den Chorgesang und das Vereinsleben zu interessieren. Auch das  50jährige Vereinsjubiläum im Jahre 1973 und ein großes Sängerfest konnten diesen Trend nur zeitweise aufhalten. Damals gehörten dem immer noch unter der musikalischen Leitung von Kurt Schmid stehenden Männerchor 37 Sänger an. 40 passive Mitglieder unterstützten den Verein, dessen Vorsitzender Friedrich Gottwald war. Ernsthafte Existenzsorgen im Wechsel mit musikalischen Erfolgen und positiven Ansätzen bei der Werbung um den jugendlichen Sängernachwuchs bestimmten in den Folgejahren die Vereinstätigkeit. Auch die Trennung vom langjährigen Chorleiter Kurt Schmid war ein Wermutstropfen in der Vereinsgeschichte. Infolge der Probleme wechselte in den Jahren 1980 bis 1984 mit Walter  Freiensehner, Roland Walz und Helmut Harth als Vorsitzende allzu oft  die Vereinsführung. Hier wurde auch offenbar, dass kleine Chöre sich nicht nur um den Nachwuchs an Sängern, sondern auch um eine dauerhafte musikalische Leitung des Chores und eine stabile Vereinsführung sorgen müssen.
Ein musikalische Neubeginn war dennoch mit dem jungen Martin Schubert im Jahre 1982 möglich, der die Leitung des Chores jedoch nach drei Jahren aus beruflichen Gründen wieder aufgab. Danach lenkte Heinz Peter Hitschmann aus Lich die musikalischen Geschicke des Männergesangvereins. Ihm war es auch gelungen, neben dem traditionellen Männer- chor einen Shanty-Chor ins Leben zu rufen, der bis heute als Projektchor eine willkommene Abwechslung zur üblichen Chorarbeit ist.
Ab 1986 kam mit Friedrich Gottwald als erneuten Vorsitzenden wieder Stabilität in die Vereinsführung, die er jedoch im Jahre 1996 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Hiernach gab es eine der wesentlichen Verjüngungen der Vereinsführung mit Marc Gottwald und auch eine Trendwende in der Nachwuchswerbung war möglich. Die männliche Jugend interessierte sich wieder für den Chorgesang.
Die im Jubiläumsjahr 1998 und beim Sängerfest vom 11. bis 15. Juni 1998 aktiven 28 Sänger mit einem Durchschnittsalter unter 35 Jahren berechtigten zur Hoffnung, die Zukunft des Chorgesangs in Unter-Widdersheim sei gesichert. Doch bereits ein Jahr später kehrten die meisten jugendlichen Sänger mit der Begründung, die ausgewählte Chorliteratur entspräche nicht ihren Vorstellungen, dem Verein wieder den Rücken. Der Reiz des Neuen war für die Jugend verflogen und Singen im Chor bedeutete nicht nur "Fun" und "Happy hour", sondern auch Beständigkeit, Geduld und Ausdauer. Der Mangel an diesen Tugenden bescherte dem Verein im Jahre 2000 eine Führungskrise.  Marc Gottwald legte aus Enttäuschung über den schlechten Chorprobenbesuch seiner Sänger den Vereinsvorsitz nieder. Sein Stellvertreter Arthur Schneider übernahm die Vereinsführung und wurde auch von den folgenden Mitgliederversammlungen als Vorsitzender bestätigt. Auch unter neuer Führung blieben die Probleme die gleichen. Das Interesse der männlichen Dorfbevölkerung am  Chorgesang schwand weiter. Abhilfe sollte ein Chorprojekt im Jahre 2004 bringen, zu welchem alle gesanglich interessierten Männer und Frauen aus Unter-Widdersheim eingeladen waren, in einem gemischten Chor zu singen. Am Ende des Projektes hatten sich 36 Frauen und Männer zu einem Chor mit beachtlichem Leistungsniveau zusammen gefunden. Dieses positive Echo war dann auch der Anlass für den Vereinsvorstand, der Mitgliederversammlung im Januar 2005 vorzuschlagen, neben dem Männerchor auch einen gemischten Chor dauerhaft zu etablieren. Die Mitglieder folgten mit überwältigender Mehrheit diesem Vorschlag und so hätte sich der relativ kleine Verein rühmen können, der gesanglich interessierten Dorfbevölkerung zwei Chöre, mit dem Shanty-Chor sogar drei Chöre zur aktiven Freizeitgestaltung anzubieten, wenn dem Männerchor nicht die 1. Tenorstimmen abhanden gekommen wären. In der Jahresmitglieder versammlung 2008 kam der Verein nicht umhin, die Einstellung des Chorbetriebes im traditionellen Männerchor zu beschließen. Nun sind die Sänger nur noch beim Shanty-Chor unter sich. Doch auch der gemischte Chor konnte sich nicht in seiner ursprünglichen Stärke behaupten. Um hier nochmals neue Akzente zu setzen, entschloss sich der Verein  auf den Vorschlag des Vorstandes, zu einem Chorleiterwechsel. Anfang 2009 übernahm Martin Schubert die Chorleitung und kehrte an seine erste Wirkungsstätte zurück. Sicher gab es weiterhin Probleme mit dem mehr oder manchmal minder guten Engagement der Sängerinnen und Sänger für ihr Hobby. Über zeit- und altersgerechte Auswahl der Chorliteratur wurde oft mit Vehemenz gestritten.
Eine Zäsur und einen Generationswechsel bescherte die Mitgliederversammlung des Jahre 2018. Nachdem Arthur Schneider, sein Stellvertreter Hansjürgen Kammer und der Kassenführer Josef Freiburg nach langen Jahren ihre Vorstandstätigkeit beendet hatten, übernahm nach entsprechender Satzungsänderung ein gleichberechtigtes geschäftsführendes Kollegium aus Christine Falk (Vorsitzende), Marc Gottwald (stellvertretender Vorsitzender), Sandra Müller (Schriftführerin) und Lisa-Marie Müller (Kassenführerin), die Vereinsführung. Damit war zumindest die Zukunft des Vereins gesichert. Nicht ganz überraschend kündigte Chorleiter Martin Schubert seine Tätigkeit im Februar 2018 auf. Vorausgegangen waren nicht beizulegende Differenzen zwischen Chorleitung einerseits sowie Vorstand und Chor andererseits über die Chorliteratur und die Art und Weise des Auswahlverfahrens hierzu. Dem Vorstand gelang es jedoch nicht nur einen Interimschorleiter zu gewinnen, sondern auch kurzfristig ab dem 1.4.2018 mit Jan Frische einen neuen Chorleiter zu engagieren, dessen Name auch Programm ist. Mit dem Frischen Wind in der Chorleitung kehrte auch der Spaß am Singen zurück. Daneben ist für den Verein weiterhin ausschlaggebend, dass das Dorf seinen Kultur tragenden Verein auch in Zukunft fördert und für wichtig hält.
Unterstützen Sie, liebe Leserin oder lieber Leser, unseren Verein, indem Sie Mitglied werden und sich als Sängerin oder Sänger engagieren.

Chorprobe des gemischten Chores ist jeden Mittwoch, ab 18:30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus.
Selbstverständlich sind uns Sponsoren von außerhalb des Vereins stets willkommen.
Das war unsere Geschichte, angereichert mit kleinen Geschichten.

Ihr " MGV Eintracht Unter-Widdersheim "

 
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