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Geschrieben von: Arthur Schneider   
Donnerstag, den 03. Dezember 2009 um 16:19 Uhr

Männergesangverein Eintracht Unter-Widdersheim

Die Gründung des Vereins fiel in das Jahr 1923 und eine turbulente Zeit deutscher Geschichte. Die Katastrophe des 1. Weltkriegs war noch in frischer Erinnerung und der erste demokratische Staat auf deutschem Boden hatte seine ersten schwierigen „Gehversuche“ hinter sich, als eine Gruppe junger Männer aus den Resten des 1913 gegründeten Radfahrvereins „Concordia“ den Grundstein des Männergesangvereins „Eintracht“ Unter-Widdersheim legte.
Der erste Dirigent des Chores war der an der einklassigen Volksschule in Unter-Widdersheim tätige Lehrer Bramm. Es fehlen leider Urkunden und Protokolle über die Gründungsversammlung und die ersten Jahre des Vereinslebens. Als Vereinslokal diente die Gaststätte „Deutsches Haus“, in der auch in den Sommermonaten die wöchentlichen Singstunden abgehalten wurden. Im Winter versammelten sich die Sänger im Schulsaal der Volksschule.
Nach Herrn Bramm waren in den Folgejahren insgesamt sechs weitere Chorleiter für die musikalische Betreuung des Männerchores verantwortlich. Dem langjährigen 1. Vorsitzenden Wilhelm Weber folgte Karl Schäfer IV im Amt.
Doch die Zeit der unbeschwerten Sangesfreuden war bereits wieder dahin, als die Nationalsozialisten nach ihrer Machtergreifung zielstrebig die nächste Katastrophe, den 2. Weltkrieg ansteuerten. Viele Sänger wurden bereits vor dem Krieg zur Wehrmacht eingezogen. Während des Krieges und den ersten Nachkriegsjahren war kein Probenbetrieb des Chores mehr möglich. Nicht wenige Sänger, die Soldat werden mussten, kehrten nicht mehr heim. Tyrannei, Krieg, Zerstörung, Flucht und Vertreibung hatten gründlich dazu beigetragen, dass den Menschen in unserem Land nach dem Kriegsende nicht mehr nach Gesang zumute war.
Es dauerte bis zum 14. Januar 1950, an dem sich die verbliebenen Sangesbrüder und andere gesanglich interessierte Männer, auch aus den Reihen der Flüchtlinge und Vertriebenen, zu einer Mitgliederversammlung zusammenfanden und einen neuen Vorstand wählten. Vorsitzender des Vereins wurde Otto Schäfer IV. und die musikalische Leitung lag bei Lehrer Hassinger von der hiesigen Volksschule. Der Verein hatte nun 40 aktive und 38 passive Mitglieder. In der Folgezeit ließ das Interesse der männlichen Dorfbewohner am Chorgesang deutlich nach, so dass – verbunden mit einem Chorleiterwechsel – der Männerchor Unterstützung bei den Unter-Widdersheimer Frauen suchte und fand und im Jahre 1955 ein gemischter Chor entstand. Hans Krippner aus Utphe hatte die musikalische Leitung des gemischten Chores und die kulturelle Vielseitigkeit des Vereins, den jetzt Karl Weber führte, wurde auch durch die Aktivitäten einer Theatergruppe unter Beweis gestellt. Doch das gemeinsame musikalische Wirken von Frauen und Männern im Verein währte nur bis zum Jahre 1960. Dann setzte die Männermehrheit in der Mitgliederversammlung die Rückkehr zum reinen Männerchor durch und die Frauen wurden kurzerhand aus dem Verein entlassen. Die Gründe für diese Sinneswandlung sind nicht dokumentiert. Lästermäuler behaupteten damals, der Chorleiter hätte einen besonders freundschaftlichen Umgang mit den Frauen gepflegt und damit die eifersüchtigen Männer provoziert. Mit den Frauen musste auch der Chorleiter gehen.
Im Jahre 1963 konnte der Verein unter dem Vorsitz von Adolf Schäfer II. sein 40-jähriges Bestehen feiern. Kurt Schmid aus Wallernhausen leitete nun den aus 35 Sängern bestehenden Männerchor. 24 passive Mitglieder unterstützten den Verein und das Sängerfest wurde zum kulturellen und gesellschaftlichen Höhepunkt im Dorfleben. Und man höre und staune: Frauen waren wieder zur Unterstützung des Vereins willkommen, allerdings nur als Festdamen.
In der Folgezeit konnten viele Vereinsaktivitäten und die Pflege der Geselligkeit nicht verhindern, dass sich der Chorgesang der Konkurrenz anderer Freizeitaktivitäten ausgesetzt sah. Insbesondere die Freizeitbeschäftigung „Fernsehen“ hielt doch hier und anderswo viele Männer davon ab, sich noch für den Chorgesang und das Vereinsleben zu interessieren. Auch das 50jährige Vereinsjubiläum im Jahre 1973 und ein großes Sängerfest konnten diesen Trend nur zeitweise aufhalten. Damals gehörten dem immer noch unter der musikalischen Leitung von Kurt Schmid stehenden Männerchor 37 Sänger an. 40 passive Mitglieder unterstützten den Verein, dessen Vorsitzender Friedrich Gottwald war.
Ernsthafte Existenzsorgen im Wechsel mit musikalischen Erfolgen und positiven Ansätzen bei der Werbung um den jugendlichen Sängernachwuchs bestimmten in den Folgejahren die Vereinstätigkeit. Auch die Trennung vom langjährigen Chorleiter Kurt Schmid war ein Wermutstropfen in der Vereinsgeschichte. Hier wurde auch offenbar, dass kleine Chöre sich nicht nur um den Nachwuchs an Sängern, sondern auch um eine dauerhafte musikalische Leitung des Chores sorgen müssen.
Ein musikalischer Neubeginn war dennoch mit dem jungen Martin Schubert im Jahre 1982 möglich, der die Leitung des Chores jedoch nach drei Jahren aus beruflichen Gründen wieder aufgab. Danach lenkte Heinz Peter Hitschmann aus Lich die musikalischen Geschicke des Männergesangvereins. Ihm war es auch gelungen, neben dem traditionellen Männerchor einen Shanty-Chor ins Leben zu rufen, der bis heute als Projektchor eine willkommene Abwechslung zur üblichen Chorarbeit ist.
Mit der wesentlichen Verjüngung der Vereinsführung mit Marc Gottwald als Vorsitzender war Mitte der neunziger Jahre auch eine Trendwende in der Nachwuchswerbung möglich. Die männliche Jugend in Unter-Widdersheim interessierte sich wieder für den Chorgesang.
Die im Jubiläumsjahr 1998 und beim Sängerfest vom 11. bis 15. Juni 1998 aktiven 28 Sänger mit einem Durchschnittsalter unter 35 Jahren berechtigten zur Hoffnung, die Zukunft des Chorgesangs in Unter-Widdersheim sei gesichert. Doch bereits ein Jahr später kehrten die meisten jugendlichen Sänger mit der Begründung, die ausgewählte Chorliteratur entspräche nicht ihren Vorstellungen, dem Verein wieder den Rücken. Das war nur ein Teil der Wahrheit. Der Reiz des Neuen war für die Jugend verflogen und Singen im Chor bedeutet nicht nur „Fun“ und „Happy hour“, sondern auch Beständigkeit, Geduld und Ausdauer. Der Mangel an diesen Tugenden bescherte dem Verein im Jahre 2000 eine Führungskrise. Marc Gottwald legte aus Enttäuschung über den schlechten Chorprobenbesuch seiner Sänger den Vereinsvorsitz nieder. Sein Stellvertreter Arthur Schneider übernahm die Vereinsführung und wurde auch von den folgenden Mitgliederversammlungen bis heute als Vorsitzender bestätigt. Auch unter neuer Führung blieben die Probleme die gleichen. Das Interesse der männlichen Dorfbevölkerung am Chorgesang schwand weiter. Abhilfe sollte ein Chorprojekt im Jahre 2004 bringen, zu welchem alle gesanglich interessierten Männer und Frauen aus Unter-Widdersheim eingeladen waren, in einem gemischten Chor zu singen. Am Ende des Projektes hatten sich 36 Frauen und Männer zu einem Chor mit beachtlichem Leistungsniveau zusammengefunden. Dieses positive Echo war dann auch Anlass für den Vereinsvorstand, der Mitgliederversammlung im Januar 2005 vorzuschlagen, neben dem Männerchor auch einen gemischten Chor dauerhaft zu etablieren. Die Mitglieder folgten mit überwältigender Mehrheit diesem Vorschlag und so hätte sich der relativ kleine Verein rühmen können, der gesanglich interessierten Dorfbevölkerung zwei Chöre, mit dem Shanty-Chor ja sogar drei Chöre zur aktiven Freizeitgestaltung anzubieten, wenn dem Männerchor nicht die 1. Tenorstimmen abhanden gekommen wären. In der Jahresmitgliederversammlung 2008 kam der Verein nicht umhin, die Einstellung des Chorbetriebes im traditionellen Männerchor zu beschließen. Nun sind die Sänger nur noch beim Shanty-Chor unter sich. Doch auch der gemischte Chor konnte sich nicht in seiner ursprünglichen Stärke behaupten. Um hier nochmals neue Akzente zu setzen, entschloss sich der Verein auf Vorschlag des Vorstandes zu einem Chorleiterwechsel. Seit Anfang 2009 ist Martin Schubert neuer Chorleiter und damit an seine erste Wirkungsstätte zurückgekehrt. Sicher gibt es weiterhin Probleme mit dem mehr oder manchmal minder guten Engagement der heute 25 Sängerinnen und Sänger für ihr Hobby und über die zeit- und altersgerechte Auswahl der Chorliteratur wird oft mit Vehemenz gestritten. Wichtig ist jedoch, dass der Spaß am Singen weiter besteht und das Dorf seinen Kultur tragenden Verein auch in Zukunft fördert und für wichtig hält. Unterstützen Sie, liebe Leserin oder lieber Leser, unseren Verein, indem Sie Mitglied werden und sich als Sängerin oder Sänger engagieren.

Chorprobe ist jeden Montag, ab 20.00 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus.

Selbstverständlich sind uns Sponsoren von außerhalb des Vereins stets willkommen. Das war unsere Geschichte, angereichert mit kleinen Geschichtchen.
Ihr MGV Eintracht Unter-Widdersheim

http://mgv-unter-widdersheim.de

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 27. November 2015 um 12:23 Uhr
 
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