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Unterdorfstraße 3 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Samstag, den 07. November 2009 um 01:34 Uhr

Fachwerk- Hofreite Unterdorfstraße 3

Eine Hofgemeinschaft bringt Leben auf einen alten Hof zurück

Im Kern des Dorfes sind die typischen Hessischen Fachwerkhöfe aufgereiht. Einer dieser alten Bauernhöfe stand leer und wurde mangels Nachfolger 1986 nach dem Tode der alten Bauersleute Eckel verkauft. Der sehr stark im Verfall begriffene Hof konnte von mehreren im Studium befindlichen jungen Leuten für 60.000 DM erstanden werden.
Ausschlaggebend war der Traum, in Gemeinschaft auf dem Land zu leben und zu arbeiten und in dem Dorf mehr als nur einen anonymen Schlaf-Vorort für Ballungsräume zu sehen. Der Kern und die Basis ist die Bewahrung der Wurzeln und die lebendige Geschichte des Ortes, indem die historische Ortssubstanz bewahrt und für die heutigen Ansprüche aufgebaut wird, um sie mit Leben zu erfüllen.

Dies war bei der Unterdorfstraße 3 keine leichte Aufgabe. Wenig Geld, aber viel Energie und Liebe zum Detail waren der Schlüssel zum Erfolg.
Nach dem Abbruch unproportionierter und unpassender Anbauten und Bauteile des 20. Jahrhunderts wurden die Gebäude Schritt für Schritt neben dem Studium von 1987 bis 1994 saniert und modernisiert. Die fünf ursprünglichen Gebäude sind alle zwischen 1691 und 1847 erbaut.

Bei der Sanierung der Grundsubstanz wurde mit den Baustoffen Holz und Lehm nach historischem Vorbild verfahren. Besonders der Lehm wurde in großen Mengen eingesetzt, um Bauschäden zu entfernen und die Gebäude für die Zukunft haltbar zu machen. Mit altem Eichen- Bauholz wurden schadhafte Gebäudeteile neu verzimmert. Für den Verputz und die Anstriche dienten atmungsfähige und altgediente Baustoffe, wie Sumpfkalk und Lasuren auf Leinöl- Basis.
Die Lehmbautechniken (Lehmgefache, Lehmwickeldecken, Lehmputze, Leichtlehm) wurden in vielen Seminaren an interessierte Menschen weitergegeben. So entstand in einem Seitengebäude ein Gäste- und Seminarbetrieb, wo im Sommer viele junge Menschen zu Besuch kamen, um neben Naturkunde etwas über Bauökologie zu erfahren. Zur Verbesserung der Wärme-Isolation des Hauses wurde aus einem eigens entwickelten Leichtlehm innen eine bauphysikalisch günstige Leichtlehmschale errichtet. Das Haus zeigt nach außen nun sein schönes Sicht- Fachwerk. Die noch sanierungsfähigen alten Eiche- Fenster wurden fachgerecht saniert und mit einem zusätzlichen Innenfenster zum Kastenfenster ausgebaut. Die neuen Fenster sind im Gebäude von 1691 ebenfalls als Kastenfenster von einem einheimischen Schreiner neu gebaut worden. Die eigenen Konstruktionspläne haben die historischen Bleisprossenfenster des Hauses von 1850 als Vorbild und sehen diesen nun täuschend ähnlich. Dennoch konnte ein für ein altes Gebäude hohes Dämmungsniveau bei Erhalt wichtiger bauphysikalischer Eigenschaften erreicht werden. Dies schafft ein hohes Maß an Wohnbehaglichkeit, und die Innenfenster können im Sommer, wenn sie nicht benötigt werden, entfernt werden.
Für die Dachdeckung wurden gebrauchte, sowie historische Biberschwanzziegel aus dem 19. Jhdt. nach sorgfältiger Prüfung wieder verwendet und an Schleppgauben und dem Ortgang mit dem Naturschiefer kombiniert. Die Gauben wurden mit Abrisssparren aus Eichenholz vom Jahre 1704 erbaut.

Bei der Modernisierung hielten moderne Techniken im alten Hof Einzug. Eine Holz-Heizung mit Holzvergasertechnik, kombiniert mit Sonnenkollektoren, sind die Wärmequelle. Moderne Bäder wurden neu errichtet und eine Regenwassersammelanlage.

Inkl. des Ausbaues des Dachgeschosses stehen den Menschen nun sehr viele schöne Räume zur Verfügung, um sich zu entfalten. So ist auch der Sektor Arbeitsschaffung nicht zu kurz gekommen. Hier ist als erstes das moderne Büro der Firma PlanWerk zu nennen, die mit ihren Angestellten in einem Büroflügel Platz findet. Die Firma ist erfolgreich in der Landschaftsplanung und der ökologischen Bauberatung tätig. Ein weiterer Bewohner des Hofes hat sich in der praktischen Fachwerksanierung selbständig gemacht und betreibt sein Gewerk von hier aus. Ebenso existierte zeitweise eine kleine Markttöpferei, welche sich nun an anderem Ort vergrößert hat. In ihren Räumen betreibt ein weiterer Mitbewohner eine Naturpädagogische Werkstatt (Waldspielprogramm für Jugendherbergen).

Auch wenn Vieles nun fertig ist, gibt es immer noch genug, um weiter an dem Hof zu feilen und die eine oder andere Ecke wird noch Gegenstand neuer Renovierungswochen sein. Unsere Sanierung war vielerorts und auch im Ort Anstoß und Vorbild für die liebevolle Sanierung unserer Unter-Widdersheimer Bausubstanz. Einige unserer Bewohner sind auch in unseren Vereinen aktiv, betreiben eine Schafherde und helfen, egal auf welche Weise, den Ort mit Aktivität und Leben zu erfüllen.

Beispiele der gelungen Restaurationsarbeit sind hier in Bildern dokumentiert.

Beispiele der Restauration

Hier der Ausgangszustand beim Kauf

 

Abbruch eines unpassenden Anbaus
Defekte Gefache wurden neu mit Holz verstrebt.
Lehmbau macht Spaß :-)

... macht SPAß!
SPAß!
Der Lehm wurde auf die Holzstreben der Gefache geworfen und sauber abgezogen
Ein Gibel mußte komplett ersetzt werden. Er wurde im Hof zusammengesetzt (Nut und Zapfen), hochgezogen und verankert
Gauben wurden nach historischen Vorbild eingebaut. Dazu wurden alte Eichenbalken genutzt.
Beispiel eines alten restaurierten Fensters  
... und ein Beispiel eines Fensternachbaus
Ein Steinmetz bei der Arbeit
Die Töpferei
Ansicht des Hofs heute

 

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 07. November 2009 um 01:53 Uhr
 
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